Frage: Beim Einschalten meiner Drehschieberpumpe kommt viel Ölnebel aus dem Auspuff. Jemand hat mir gesagt, ich soll einen Ölnebelfilter einsetzen. Stimmt das? Und wenn ja, welchen?
Antwort: Ein Ölnebelfilter wird am Auslass einer Drehschieberpumpe montiert und filtert mehr als 99% der austretenden Öltröpfchen und des Ölnebels. Die Auswahl richtet sich nach der Anwendung.
Hintergrund: Speziell beim Einschalten der Drehschieberpumpe, also bei Anpumpen eines Behälters von Atmosphärendruck, werden große Gasmengen durch die Pumpe gefördert. Dieser Gasstrom trägt Öltröpfchen mit sich, die vom Schmierfilm der Schieber abreißen. Zusätzlich gibt es in jeder Drehschieberpumpe Öldampf als ganz natürliches Gleichgewicht zwischen der flüssigen und der gasförmigen Phase des Öls in der Pumpe.
Am Auslass der Pumpe kann nun ein Filter montiert werden, der Öltröpfchen und Ölnebel zurückhält. Das Öl sammelt sich an der inneren Oberfläche einer senkrecht stehenden Filterpatrone und kann in die Pumpe zurücktropfen. Ein Zurücktropfen ist erst möglich bei relativ niedrigen Drücken (etwa 1 mbar) am Einlass der Pumpe.
Welchen Filter man auswählt, ist von der Anwendung abhängig. Die verfügbaren Filter unterscheiden sich in erster Linie durch die Materialien von Gehäuse und Filterpatrone.
Einfache Filtergehäuse wie z. B. bei unserem OME 25S bestehen aus Polyamid und haben Patronen aus glasfaserverstärktem Epoxidharz. Diese Filter sind für Standardanwendungen gut geeignet, etwa wenn die Pumpe als Vorpumpe in einem Hochvakuumsystem eingesetzt wird.
Standard-Ölnebelfilter sollten Sie nicht einsetzen, wenn Sie korrosive oder toxische Stoffe pumpen. Dafür gibt es mit dem OME 25C/H einen Spezialfilter in Korrosivgasausführung. Dieser Filter mit Edelstahlgehäuse und chemiefester Filterpatrone wird zusammen mit den Pumpen der C- oder H-Serien eingesetzt. Auch wenn Sie Öle mit sehr schweren Molekülen (PFPE, A113, …) an Standardpumpen einsetzen, ist dies der beste Filter. Neben der Chemiefestigkeit zeichnet er sich durch eine sehr niedrige Leckagerate aus.
Schließlich gibt es noch die Filter der Typen OME 25HP und HP+. Diese Filter unterscheiden sich durch die Filterpatrone, die in der "+"-Ausführung eine noch größere Kapazität besitzt. Diese Filter sind speziell für zyklischen Betrieb ausgelegt, also z. B. für den Einsatz in einem Schleusensystem. Die HP-Versionen sind Voraussetzung für den Einsatz der Ölrückführungen.
Die Filtereinsätze von Ölnebelfiltern können gesättigt werden und sind Verbrauchsmaterial! Eine Sättigung erkennen Sie am Auswurf von Ölnebel bzw. Tröpfchen oder am stoßweisen Auftreten von Ölwolken. Spätestens dann sollten Sie die Filterpatrone tauschen.
Bitte beachten Sie, dass einige Materialien speziell von einfachen Filterpatronen brennbar sind. Auch fluorierte Gase können Filterpatronen angreifen. Sprechen Sie mit uns, wenn Sie entweder stark oxidierende Gase (also auch reinen Sauerstoff) oder brennbare Chemikalien wie z. B. Silan (SiH4) pumpen.
Vermeiden Sie auch eine Verblockung der Filter. Wenn Sie eine Kunststoffmasse entgasen, sollten Sie ebenfalls mit unserem Applikationssupport sprechen.